Radiointerview: Haben Sie ein iPhone?

Nein, keine Sorge, ich will hier keine Werbung für ein bestimmtes Smartphone machen. Auch Samsung, LG, Huawei, HTC, Sony – und wie sie alle heißen mögen – haben bestimmt ganz tolle Geräte im Angebot. Aber die Eingangsfrage kommt bei unserer Arbeit seit Jahren so zwangsläufig wie die Eingangsfrage jedes Kunden. Die lautet: wie lange brauchen Sie für die Produktion?
Gut, ich sehe schon, ich sollte ein paar Dinge erklären. Der Reihe nach: der Ablauf ist bei der Produktion eines Radio-PR-Beitrags meistens ähnlich. Der Auftraggeber hat ein Thema, das er gerne umgesetzt haben möchte. Unsere erste Aufgabe ist die Durchsicht des Materials, die Abstimmung der Kernbotschaften und die Beratung für die redaktionelle Umsetzung des Themas. Danach erstellen wir Interviewfragen für die Aufzeichnung von Statements. Entweder führen wir das Interview vor Ort oder zeichnen das Ganze per Telefonleitung in unserem Studio auf. Und hier kommt unsere Standardfrage ins Spiel. Denn die Sprachmemofunktion des iPhones ist so gut, dass man damit, wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, problemlos Statements aufzeichnen kann. Wir haben damit sozusagen eine zusätzliche Quelle für die Interviewaufzeichnung. Leider haben andere Smartphone-Hersteller offenbar weniger an die Bedürfnisse eines Radiodienstes gedacht, jedenfalls funktioniert das Ganze tatsächlich nicht mit jedem beliebigen Modell. Ist das Interview aufgezeichnet, erstellen wir in der Redaktion das Beitragsmanuskript, in das auch Ausschnitte des Interviews eingetragen werden. Wenn wir eine Straßenumfrage, Musik oder Geräusche einbauen wollen, wird das ebenfalls in diesem Manuskript vermerkt. Das Manuskript ist die Grundlage für die Freigabe zur Produktion. Aufgenommen wird der Beitrag dann in unserem eigenen Studio mit agentureigenem Sprecher oder Wunschkandidaten, die wir für unsere Auftraggeber casten. Am Ende der Produktion erhält der Auftraggeber seinen Radio-PR-Beitrag zum finalen Drüberhören. Ist alles ok, wird das Audiomaterial zusammen mit dem Skript und einem schriftlichen Anmoderationsvorschlag den privaten Radiosendern in Deutschland angeboten. Ja, wir verschicken nicht nur einen Newsletter und stellen das Material im Onlineportal zur Verfügung, wir sprechen auch mit den Redaktionen, suchen den Austausch mit den Redakteuren, um das jeweilige Thema anzubieten.

Nach gut vier Wochen können wir dann unseren Kunden die Senderanfragen in einer schriftlichen Dokumentation zusammenfassen. Einzelne Mitschnitte, die wir von Sendern erhalten, werden dem Kunden ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Ach ja – sicher wollen Sie die Antwort auf die Standardfrage „Wie lange brauchen Sie für eine Produktion?“ wissen. Letztlich hängt es davon ab, wie schnell wir einen Interviewpartner aufzeichnen können und wie schnell der Beitrag beim Auftraggeber freigegeben wird. Bei tagesaktuellen Themen, beispielsweise bei einer aktuellen Pressekonferenz auf einer Messe, können wir innerhalb von zwei Stunden mit einem Thema „on air“ sein. Zwei Stunden, nicht mehr … aber dann müssen wir auch kein Interview mit einem iPhone aufzeichnen.

Radio-PR.net
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